Tag 22: Molinaseca – Villafranca del Bierzo

März 18, 2008 at 9:57 am (Camino de Santiago)

Früh sind wir wieder die letzten die sich auf den Weg machen (Nicole, Martin und Alex), es fühlt sich jedoch richtig an, die Papas machen wieder einmal alles richtig; entlang der Straße über Hügel, die Sonne schmunzelt verschmitzt durch die endlich aufreißende Wolkendecke; von Straße auf Feldweg durch kleine Dörfer; arglistige linkische Hunde überfallen uns nach vorerst angetäuschter Flucht von hinten, unsere Wanderstöcke verhindern schlimmeres; Pilger waren bereits im Mittelalter eine willkommene Nahrungsergänzung für verlauste Dorfköter, diese Kötertradition hat sich offensichtlich bis ins Zeitalter von Pedigree, Chappi, Frolic und Happy Dog erhalten, da die Pilgerjagd heutzutage eher aus sportlichen Motiven betrieben wird;

Vorsicht! Pilgerreißende Bestie!

Ponferada erreicht, Uwe ist schon da, wir trinken gemeinsam Kaffee gegenüber der alten Templerburg in einem Templercafé, sitzen auf Templerstühlen an einem Templertisch, trinken aus Templertassen, denken uns aber nichts dabei; Geld abgehoben, dann kurz den Weg aus den Augen verloren, Brücke überquert, Batterien für Alex’ Kamera gekauft; Versuch Ponferada zu verlassen scheitert beinahe an nicht enden wollendem Weg entlang der Straße; bis Brunnen bei großer Genossenschafts-Weinkellerei, Nicole getroffen; Pause, Essen, Trinken; über Autobahnbrücke, durch Weinberge, viele Fotos bei eindrucksvoller Lichtstimmung; bis Herberge in Cacabelos gelaufen, ist wider erwarten geschlossen; durchgeatmet, Hirschtalg nachgesalbt, Sockenwechsel;

dann bis Villafranca del Bierzo gelaufen, riesige Regenbogen; am späten Nachmittag Herberge erreicht, gut gefüllt; in unserem Zimmer ein französischer Kanadier namens Michel der „Bon“ sagt, sein Wandergefährte erklärt uns es sei noch Winter, Alex hielt es für praktisch das Fenster zu öffnen, da Sauerstoff seiner Ansicht nach ein menschliches Grundbedürfnis sei.

Pilgerbericht: Michel Bon (sollte am Ende unserer Reise eine unerwartete Rolle zukommen); zwei geschwind wandernde Spanier in den Weinbergen; die „Münchner“ (zwei Münchner)

Pilgerwetter: wechselhaft, Schauer, Sonne | Tagesstrecke: 32km | Gesamtstrecke: 540km

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Tag 21: Rabanal del Camino – Molinaseca

März 17, 2008 at 9:20 am (Camino de Santiago)

Tee-Frühstück, wir sind die letzten Herbergsgäste, die sichan diesem sonnigen Morgen auf den Weg machen; starker Anstieg kurz hinter Rabanal bis hinauf in das Bergdorf Foncebadón; starker Nebel, Foncebadón von Geistern bewohnt, Steinruinen links und rechts des Weges, dann inmitten der Ruinen eine neue Herberge mit Café, in letzterem vom Anstieg erholt, bekannte Gesichter an Nachbartischen; Pass-Straße bis Cruz de Ferro, Erika und Ingo fotografieren uns, wir fotografieren sie, lauschen anschließend Ingos beeindruckender Lebensgeschichte;

weiter bis Manjarín (Templerherberge) -> Thomas spaltet Holz; Café (was sonst) in El Acebo, zuvor von Nicole bei Gesangsübungen überrascht worden, befand sich elbenhaft getarnt am Wegesrand; Ingo rät uns zurückzulaufen um versteinerte Bäume zu betrachten; also El Acebo, „vorkragende Holzbalkone“ (Höllhuber’sche Formulierung); Alex fotografiert Pichelfamilie auf eigenen Wunsch, lässt sich aber nicht verkuppeln; einsetzender Landregen, am Ortsausgang Denkmal für verunglückten deutschen Radfahrer; wir folgen Maultierweg, große alte Bäume, steiler Abstieg im Regen nach Molinaseca, Überquerung einer alten Spitzbogenbrücke; Abendessen mit Uwe und Nicole „Pasta a la Túna“.

Pilgerbericht: Nicole, Uwe, Claudia, Susanne, Ingo, Erika u.v.a.

Pilgerwetter: sonnig, neblig, regnerisch, 10-15°C | Tagesstrecke: 26km | Gesamtstrecke: 508km

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Tag 20: Astorga – Rabanal del Camino

März 16, 2008 at 8:44 pm (Camino de Santiago)

Frühstück auf Veranda, braune, geschmacksfreie Kochbananen zurückgelassen und losgelaufen; über Brücke, Straßen regennaß und glänzend im Licht der Morgensonne, Regenbogen; in Murias de Rechivaldo Kaffee- bzw. Teepause in Bar; Alex leidet nachts an Keuchhustenanfällen und ist auf Tee; roter Erdweg (gelobt sei der Herr des Namespaces der Wege, Pfade, Straßen und Sträßchen!) führt lange geradeaus; Pfeifenpause;

Pfeifenpause

Büsche im Vorder-, Berge im Hintergrund; die Pilgereiche „El Roble del Peregrino“ zieht staunend an uns vorbei, oder wir an ihr; schöne Herberge in Rabanal, das Refugio Pilar; typisches Haus der Maragatería mit Innenhof; am Abend römisch-katholischer Gottesdienst mit gregorianischen Gesängen, sehr nett anzuhören; Alex hat gesundheitsbedingte Schwierigkeiten mit der starken Weihrauchentwicklung, es gelingt ihm aber dann, seinen Atem bis zum Schluß anzuhalten; danach Pasta mit Pulpa und Mechillones gekocht; später Gespräche unter Wanderern am langen Küchentisch

Pilgerbericht: Andreas (Hape); Claudia (Ergother.); Susanne (Physiother.); Uwe (Leipzig, Leipzig!); Nichole (Tasmanien); Erika Hahmann; Ingo Interbruck; Chupito-Familie (Pilger abfüllen, mit Tochter verkuppeln)

Pilgerwetter: morgens nieslig, dann wolkig, am nachmittag und abend heiter und sonnig | Tagesstrecke: 20km | Gesamtstrecke: 482km

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Tag 19: Villar de Mazarife – Astorga

März 15, 2008 at 7:33 pm (Camino de Santiago)

Gegen 8Uhr aus dem Bett gefallen, Bar geschlossen, kein Frühstück, kein Kaffee; Notfrühstück auf dem Kirchplatz, sonnig; Störche in ihren Nestern auf dem Kirchturm, wie am Vortag; schnell heranziehende dunkle Quellwolken, zunehmender Wind, bei Aufbruch einsetzender Regen, die Störche stemmen sich gegen den Wind;

Stochenkirche zu Villar de Mazarife

Pause in Villavante, dann nach Hospital de Órbigo; unsagbar berühmte Brücke von Órbigo überquert, Geschichte des Ritters Suero de Quiñones; Mann nach Café gefragt, hatte leider gerade keine Stimme, weiterhin kein Morgenkaffee in Sicht; weitergewandert nach Villares de Órbigo, endlich Kaffee in einer Bar mit dem letzten Fuchs Spaniens ausgestopft an der Wand und Dalí am Nachbartisch; über Santibañez de Valdeiglesias hinauf auf einen Pass, dort lustige Betonpilgerskulptur getroffen, welche von kreativen Pilgern mit vielfältigen ausgediehnten Kleidungsstücken geschmückt ein lustiges Bild abgibt; Alex zitiert aus Begeisterung gleich einige weise Sprüche aus dem Handbuch des Kriegers des Lichts; dichte Vegetation, Sträucher, Eichen, ein Schäfer und lustige Schafsgesellen ziehen ihres Weges; Weg über Hochebene, dann kreuzt ein Rallay-Twingo unseren Weg; Blick auf Astorga von Hochebene, bergab, Picknickplatz; dann weiter entlang Steinmauer; Altstadt Astorga mit Plaza Sn Francisco, Kathedrale und Gaudi-Museum; Herberge San Javier (auch Besitzer von Hotel Gaudi), daher Pilgermenü in Edel-Hotel-Restaurant

Pilgerbericht: viele neue Pilgergesichter, einige sehen wir später wieder, z.B. diverse Therapeutinnen

Pilgerwetter: wolkig, nieslig, windig, nachmittags sonnig | Tagesstrecke: 35km | Gesamtstrecke: 462km

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Tag 18: León – Villar de Mazarife

März 14, 2008 at 12:46 pm (Camino de Santiago)

nach etwa einjähriger Pause machen wir uns wieder auf den Weg nach Santiago; aus Madrid kommend erreichen wir gegen 4:20 Uhr morgens León und laufen zur etwa 800m entfernten alten Pilgerbrücke, welche über den Río Bernesga führt; unterwegs kurze Pause um unsere Füße dem Ritus entsprechend mit Hirschtalg zu salben;

nehmen unsere Wanderung an der selben Stelle wieder auf, an welcher sie zumindest für Alex letztes Jahr endete (Martin lief weiter bis Ponferada); auf nach Hospitel de Orbigo; Gewerbe-Ödland am Rande Leóns durchquert; bei La Virgen del Camino Alternativweg gewählt, Hauptweg verläuft parallel entlang der Autobahn; bei Fresno del Camino Sonnenaufgang, ca. 7:45 Uhr, kleines Frühstück auf Anhöhe; Hochebene des Páramo durchquert, naturbelassenes Territorium, Zistrosen, Lavendel, Ginster und Flaumeichen (steht im Dumont-Reiseführer, unter uns auch „Hölli“ genannt, nach dem Autor Dietrich Höllhuber); Ankunft in Villar de Mazarife gegen 10:30 Uhr, keine Lust weiterzulaufen, die vergangene schlaflose Nacht steckt noch in den Knochen; gepickt, Tee und Kaffee in Bar der Herberge (Tio Pepe) getrunken; Nachmittag mit schlafen, dösen und gammeln verbracht; am Abend mit Pilger Karsten aus Dänemark gepichelt; Martin hat kleinere Blase an Fußsohle, Alex hat Hals- und Bauchschmerzen; Übernachtung kostet 6 Euronen pro Pilger

Pilgerbericht: Karsten (Dänemark, ca. 30, Ingenieur)

Wetterbericht: 15° C, leichter Wind, bedeckt, teils sonnig; Vorhersage: Regen, Kälte, Schnee | Tagesstrecke: 22km | Gesamtstrecke: 427km

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Tag 17: Mansilla de las Mulas – León

April 14, 2007 at 9:17 pm (Camino de Santiago)

Buenos dias an den kichernden Pascal; Abreise und Abschied von „Wolf“, nächstes Mal sollen wir weniger Gepäck mitbringen; Café mit Südafrikanern und Maitú; riskante, fast lustige Autobahnüberquerung; León Ortseingang seltsames Wohnhaus, teils ohne Fenster; RCE 30, es lebe die 30. Sozialistische Republik Spanien; Lifemusik, mehrfach scheiternde Versuche ein Transparent über der Bühne anzubringen; Gottesdienst mit Nonnen; an Schlaf nicht zu denken, schnarchende, erstickende, sterbende Pilger um uns herum

Pilgerbericht: Wolf (Herbergsvater, 8x Weg mit Gepäck gelaufen, dann ohne Gepäck)

Pilgerwetter: sonnig, heiter | Tagesstrecke: 19km | Gesamtstrecke: 405km

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Tag 16: Calzada del Coto – Mansilla de las Mulas

April 13, 2007 at 8:36 pm (Camino de Santiago)

Autobahn, lange Platanenallee; Adobehäuser, Felder; Café, Tortilla española, Oliven, Pflasterwechsel; Ort mit Froschteich und seltsamen Hospitalero, spricht in mind. 5 Sprachen gleichzeitig; Bewässerungsapparat 1km lang; Eisenbahn unterquert, vorher fachmännisch mit Kompass hantiert; Senke mit steilen Bruchhängen, Weiden, Dächer eines Dorfes; Herberge, Pause, 10kg Kekse an Dorfköter verfüttert; 6km weitergelaufen, Alex’ Fuß wird zur Qual, er schleppt sich tapfer weiter; Raupen queren unseren Weg, wir lassen sie passieren; einkaufen, Stempel von „Wolf“ in Herberge; Messe mit Rosenkranzgebeten, aufstehen-hinsetzen-aufstehen-hinsetzen, wir sind leicht angetrunken; Spaghetti mit Mechillones; Gespräch mit französischer Deutschlehrerin und ihrem Mann; Bar, Bett

Pilgerbericht: Deutschlehrerin (mit Mann)

Pilgerwetter: heiter bis wolkig | Tagesstrecke: 34km | Gesamtstrecke:  386km

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Tag 15: Calzadilla de la Cueza – Calzada del Coto

April 12, 2007 at 8:32 pm (Camino de Santiago)

 mal nachdenken, was da vor einem Jahr geschah…

Pilgerbericht:

Wetterbericht: | Tagesstrecke: 28km | Gesamtstrecke: 352km

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Tag 14: Frómista – Calzadilla de la Cueza

April 11, 2007 at 8:15 pm (Camino de Santiago)

Weg führt entlang der Straße, Felder wohin man schaut; in Carrion de Los Condes Mittagspause auf Bank; Martin geht in Apotheke; Wasser getankt; Entscheidung bis nach Calzadilla zu laufen; Staubstraße zum Nachdenken, 17km immerzu geradeaus; Felder, Fliegen, Fliegen, Felder, Fliegen; Querung der Cañada Leonesa Oriental; kurz vor dem Ziel Fönfamilie eingeholt; nette Herberge, dann in Pub, Bierchen, danach in Herberge Nickerchen, dann wieder in Pub, Gespräch zu Kirchhoff-Reformen

Pilgerbericht: Fönfamilie, Füße (Papa und Tochter Fuß), u.a.

Pilgerwetter: sonnig, warm | Tagesstrecke: 38km | Gesamtstrecke:  324km

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Tag 13: Castrojeriz – Frómista

April 10, 2007 at 7:50 pm (Camino de Santiago)

am Morgen zerhaut Alex die nächste Weinflasche, Rest in Feldflasche abgefüllt; zu Meseta gelaufen, alten Damm aus Römerzeit gequert, Apfel verspeist, dann Hochebene erklommen, schöner Blick; in Boadilla del Camino eine Pause in Herbergsbar, Kellner tollt mit 3 schwarzen Hunden im Garten umher; lange Wanderung entlang Canal de Castilla, Querung an Wehr; in Frómista eingekauft, Hildegard Wein abgeschwatzt, Mäuse beobachtet

Pilgerbericht: Hildegard (mag uns, Ihre verstorbener Mann rauchte gern Pfeife), u.a.

Wetterbericht: heiter bis wolkig | Tagesstrecke: 25km | Gesamtstrecke: 286km

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